Flüchtlingsaufnahme im Landkreis Jerichower Land
Pressemitteilung des Landkreises Jerichower Land vom 4. September 2015


Im Landkreis Jerichower Land leben aktuell ca. 91.800 Einwohner, davon sind ca. 1.461 (1,6%) Ausländerinnen und Ausländer.

Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen in verschiedenen Ländern weltweit, kommen auch immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland. Sie werden nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auf die einzelnen Bundesländer verteilt. Wie viele Flüchtlinge die Landkreise und kreisfreien Städte aufnehmen müssen, wird dann auf Länderebene entschieden.

In Sachsen-Anhalt werden alle Flüchtlinge und Asylsuchende durch die Zentrale Anlaufstelle (ZASt) in Halberstadt erfasst und weiter in die Landkreise bzw. kreisfreien Städte verteilt. Der Landkreis Jerichower Land hat seit Ende 2014 insgesamt rund 450 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aufgenommen.

Im Landkreis werden die Flüchtlinge derzeit ausschließlich in Burg und Genthin untergebracht. Die beiden Standorte verfügen über eine Kapazität von 450 Plätzen und haben sich gut bewährt. Landrat Steffen Burchhardt: "Ich freue mich, dass die Unterbringung der Asylbewerber bislang ohne große Probleme verlaufen ist. Es war die richtige Entscheidung, die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Burg und Genthin einzurichten. Ziel muss es sein, ohne Notunterkünfte auszukommen und eine menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten."

Derzeit bewertet der Landkreis alle Unterbringungsangebote und beabsichtigt diese im Rahmen eines Unterbringungskonzeptes den kreislichen Gremien im September vorzulegen. Diese soll sich zunächst über den Zeitraum eines Jahres erstrecken. „Wir können nicht in die Zukunft schauen und langfristige Planungen gestalten sich deshalb sehr schwer. Mit dem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen in diesem Jahr hat zuvor auch niemand gerechnet“, so Landrat Burchhardt. Im Monat Januar hatte der Landkreis eine Aufnahmeverpflichtung von 35 Personen, im Monat September sind es nunmehr 135.

Viele Vereine, Initiativen und Privatpersonen helfen den Flüchtlingen sich in Deutschland zurechtzufinden. Steffen Burchhardt lobt das Engagement der Bürger: „Ich bin froh darüber, dass die einheimische Bevölkerung den Flüchtlingen hilft und sie unterstützt, dass so viele anpacken und beispielsweise Begleitung, sportliche Aktivitäten und Sprachkurse anbieten.“

Wenn der Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge geklärt ist, können sie sich innerhalb der Bundesrepublik frei bewegen und selber über ihren zukünftigen Wohnort entscheiden. So haben sich von November 2014 bis heute 25 Personen für den Landkreis Jerichower Land entschieden und eine eigene Wohnung bezogen.

Die Stabsstelle Integration kümmert sich um die Koordination der Integrationsbemühungen im Landkreis und steht für alle Bürger und Institutionen zur Verfügung. Sie wird im kommenden Jahr seitens des Landes auf zwei Mitarbeiter aufgestockt. Der Ansprechpartner Anton Gujo ist unter 03921 / 949-1013 zu erreichen.