Ortschaft Zerben

Zerben liegt in einer durch Wald und Wasser geprägten Landschaft, in unmittelbar in Elb-Nähe. Östlich von Zerben befindet sich der Elbe-Havel-Kanal mit seinen bekannten Schleusen. Die westfließende Elbe hat somit die Möglichkeit zur Nutzung der Siedlung Zerbens vorgegeben. Die alte Elbdeiche zwischen Parey, Zerben und Ihleburg sind Zeugen der ständigen Auseinandersetzung mit der Elbe. Auch der mäandermusterähnliche Verlauf der Elbe auf Zerbens Höhe ist ein sehenswerter Anblick, dass entlang des Deiches sich gut bewundern lässt.

Die Geschichte Zerbens ist eng mit dem Geschlecht derer von Plotho auf Parey verbunden, denn im Jahre 1383 werden diese vom Erzbischof Albrecht IV. mit „villam Czerwen“ belehnt. 1606 erbaute man in Zerben die erste Kirche. Ein Deichbruch richtete 1655 großen Schaden an. Auch im 30-jährigen Krieg blieb Zerben nicht verschont. Das Schloss brannte ab und die Kirche sowie viele Grundstücke wurden zerstört. Lediglich die Wirtschaftshäuser werden  1689 vom Werner von Plotho zum Wiederaufbau beauftragt – unter anderem einen großen Fachwerkgebäude, das dendrochronologischer Untersuchungen zur Folge ein Teil des heutigen Schlosses entspricht.

Vom 1806 bis 1808 hat Zerben unter der Belagerung französischer Truppen zu leiden. 1847 baute man ein einfaches Fachwerkhaus, welches 1877 zum Schloss umgebaut wurde. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in der Gemarkung eine Ziegelei und später ein Tonwerk, welche denen von Plotho gehörten.

Die Affäre der Freiin Elisabeth von Ardenne geb. von Plotho hat Theodor Fontane seinem Roman „Effi Briest“ zugrunde gelegt. Sie wurde am 26. Oktober 1853 in Zerben auf dem Gut geboren. 20 Jahre später heiratete sie Armand von Ardenne in der Kirche in Zerben. Ihre Eltern fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof. Das Schloss wurde nach dem II. Weltkrieg zum Teil abgerissen, ebenfalls die gesamten Stallanlagen des Gutes zur Gewinnung von Baumaterial. Die übrigen zwei Teile des Schlosses nutzte man als Wohnungen bzw. gesellschaftliche Einrichtungen. Seit 1996 stehen die Teile vom Schloss unter Denkmalschutz. Das Schloss Zerben ist seit dem 5. Juni 2004 offiziell als FrauenOrt Sachsen-Anhalts verzeichnet (FrauenOrte geben die Geschichte von Frauen wieder, die für Mitgestaltung und Selbstbestimmung verschiedener Lebensbereiche stehen).

In Zerben befinden sich zwei Baggerseen, die durch den Kiesabbau entstanden sind und vielfältig genutzt werden. Sie ziehen viele Einheimische und fremde Besucher zu Badeausflügen an. Vom Zerbener See aus hat man ebenfalls einen tollen Blick auf die Kilimandscharo Sachsen-Anhalts – die Abraumhalde des Kaliwerkes im Zielitz. Weitere Sehenswürdigkeiten neben das Schloss und die Kirche sind die Villa „Emil“, der Park „die grüne Lunge Zerbens“ und die Schleusen. Der am Schloss angrenzende schöne Park, bietet Bühne für viele Veranstaltungen und lädt mit seinen Bänken zum Verweilen ein. Die alte Schleuse wurde 1934 -1938 erbaut und wird als Schleppzugschleuse bezeichnet, da ein Schleppdampfer mehrere Lastkähne zog und sie anschließend zusammenstellte. Ihr außergewöhnlicher Bau begründet ihre außergewöhnliche Länge. Der Bau der Schleuse geht mit der Notwendigkeit einher eine Abkürzung zum Elbe-Havel-Kanal zu schaffen. Somit wurde durch den Durchstich eine Verbindung zwischen dem Ihlekanal und dem Plauer-Kanal hergestellt und einen kürzeren Weg nach Berlin ermöglicht. Der Bau der zweiten Schleuse ging von 2013 bis 2018. Eine zweite Kammer war bereits beim Bau der Schleppenzugschleuse vorgesehen und an derer Stelle wurde die neue Zerbener Schleuse gebaut.

Das Vereinsleben spielt eine große Rolle in Zerben, dazu zählen den Ortsverein und die Freiwillige Feuerwehr.

 

Der Ortschaftsrat und seine Mitglieder

Der Ortschaftsrat Zerben besteht aus 3 Ortschaftsratsmitgliedern. Öffentliche Ortschaftsratssitzungen finden in unregelmäßigen Abständen im Dorfgemeinschaftshaus statt. Die Bekanntmachungen der Sitzungen des Ortschaftsrates erfolgen im Aushangkasten der Gemeinde Elbe-Parey, Ernst-Thälmann-Straße 15, in Parey.

 

Das Wappen von Zerben

Wappen von Zerben

Die Gemeinde Zerben führte als Wappen ein gestürztes, sechsgliedriges, gestieltes, schwarz strukturiertes grünes Kastanienblatt unter einer blauen Wellenleiste auf einem goldenen Schild.

Das Kastanienblatt stellt den im Zentrum des Ortes Zerben seit der Schaffung des Schlossparks dominierenden Kastanienbestand dar. Die darüber liegende blaue Wellenlinie deutet auf die Elbe hin und auf die Abhängigkeit des Ortes von der jeweiligen Wasserführung des Flusses. Der goldene Untergrund dokumentiert den Ackerbau mit vorwiegendem Getreideanbau rund um Zerben. Die Farben der Gemeinde waren Grün/Gelb.

Mit dem Zusammenschluss zur Gemeinde Elbe-Parey am 1. September 2001 verlor das Wappen seinen offiziellen Charakter. Es symbolisiert aber weiterhin die Geschichte des Ortes.

Eindrücke aus Zerben

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Wichtige Fakten

Ortsbürgermeister: Dietmar Kohrt
Einwohnerzahl: 280 (Stand: 12/2018)
Flächengröße: 867 ha
Erste urkundliche Erwähnung: 1383 durch Erzbischof Albrecht IV.

 Zerben in der Gemeinde Elbe-Parey

Sehenswürdigkeiten

Elbstrom, Ausblick vom Deich an der alten Kiesschacht auf die Elbauen, Herrenseegraben, Schleusenanlage, Kirche und Schloss. Auf dem Friedhof die Gräber der Familie von Plotho, den Eltern der Baronin Elisabeth von Ardenne.

Namensbedeutung

Cerben, Tzwerwen und Czerwen Herkunft von "cervcon"  gleich  "rot", nach dem roten eisenhaltigen Erdboden.

Weitere Informationen

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